Am 22. April ist es so weit: die Abiturprüfungen an den bayerischen Gymnasien beginnen.
Rund 29.000 Schülerinnen und Schüler öffentlicher und staatlich anerkannter Gymnasien, Kollegs und Abendgymnasien legen in diesem Jahr ihre Prüfungen ab. Das Besondere dabei: Es ist der erste Jahrgang, der das Abitur im neuen neunjährigen Gymnasium (G9) absolviert.
Kultusministerin Anna Stolz betont: „Für mich war entscheidend, dass unsere Schülerinnen und Schüler in der neuen gymnasialen Oberstufe und damit auch bei der Wahl der Abiturprüfungsfächer nach ihren Talenten und ihren Interessen individuelle Schwerpunkte setzen können. Denn genau das macht sie stark und bietet ihnen die Möglichkeit, ihr Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit zu vertiefen. Damit ist unsere neue Oberstufe etwas ganz Besonderes. Mit dem Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife legen unsere Schülerinnen und Schüler zudem ein stabiles Fundament für ihren künftigen Bildungsweg. Die Freiheit zur individuellen Profibildung ist für mich eine der großen Stärken der neuen G9-Oberstufe und der neuen Flexibilität bei den abschließenden Abiturprüfungen.“
G9-Abiturprüfung: Das bleibt – das ist neu
Das bleibt: Fünf-Fächer-Abitur
Wie bisher umfasst die Abiturprüfung fünf Prüfungsfächer. Jeder Prüfling legt drei der fünf Abiturprüfungen in schriftlicher und zwei in mündlicher Form (sog. Kolloquium) ab. Drei der Prüfungen sind dabei Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau. Dazu gehören in der Regel Deutsch, Mathematik und ein weiteres vertieft unterrichtetes Fach (sog. Leistungsfach), hinzu kommen zwei weitere Prüfungsfächer auf grundlegendem Anforderungsniveau.
Das ist neu: Individuelle Schwerpunktsetzung in der Abiturprüfung
Bisher hatten die Schülerinnen und Schüler für das dritte vertiefte Fach die Auswahl aus den unterschiedlichen Fremdsprachen. Neu ab 2026 ist, dass sich mit Einführung des Leistungsfachs in der neu gestalteten G9-Oberstufe die Wahlmöglichkeiten auf viele weitere Fächer beziehen. So werden ab diesem Jahr wieder naturwissenschaftliche Fächer und Fächer aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld auf erhöhtem Anforderungsniveau in der Abiturprüfung zur Geltung kommen. Die Schülerinnen und Schüler können damit bei der Festlegung ihrer fünf Abiturprüfungsfächer individuell Schwerpunkte setzen und so ihr ganz persönliches Profil stärker ausbilden: Im G9 kann anstelle einer Fremdsprache im Abitur auch eine Naturwissenschaft gewählt werden. Sogar möglich ist damit ab 2026 nicht nur die Wahl von zwei Fremdsprachen, sondern beispielsweise auch die Wahl von zwei Naturwissenschaften oder von zwei gesellschaftswissenschaftlichen Fächern in der Abiturprüfung.
Mehr Flexibilität bei den Prüfungsformen
Neu ist auch, dass nur eines der beiden Fächer Deutsch und Mathematik verpflichtend schriftlich abgelegt werden muss. Die Abiturientinnen und Abiturienten erhalten dadurch mehr Flexibilität bei der Wahl der schriftlichen Fächer.
Termine der Abiturprüfung 2026:
Die schriftlichen Abiturprüfungen finden im Zeitraum vom 22. April 2026 bis zum 13. Mai 2026 statt. Am 22. April beginnen die Schülerinnen und Schüler, die sich für das Fach Biologie (als Leistungsfach bzw. auf grundlegendem Anforderungsniveau) entschieden haben. Am 13. Mai wird der schriftliche Prüfungsteil abgeschlossen mit den Prüfungen für die Leistungsfächer (erhöhtes Anforderungsniveau) Italienisch, Spanisch, Griechisch, Geschichte, Geographie, Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Recht, Religionslehre, Ethik, Informatik, Sport, Kunst und Musik.
Die mündlichen Abiturprüfungen (Kolloquien) finden im Zeitraum vom 18. Mai 2026 bis zum 12. Juni 2026 statt.
Die Übergabe der Abiturzeugnisse erfolgt am 26. Juni 2026.
Eine umfassende Terminübersicht sowie einen Überblick zu den wichtigsten Fragen zum Abitur 2026 erhalten Sie unter:
Bayern setzt ein deutliches Zeichen der Anerkennung für Heilpädagogische Förderlehrer und Unterrichtshilfen.
Die Arbeit an Förderschulen erfordert besonderes Engagement, hohe fachliche Kompetenz und großen persönlichen Einsatz – diesem Anspruch trägt der Freistaat Bayern nun mit einer zusätzlichen finanziellen Anerkennung Rechnung. Ab dem Schuljahr 2026/2027 ist für Heilpädagogische Förderlehrkräfte sowie Heilpädagogische Unterrichtshilfen eine monatliche Zulage in Höhe von 100 Euro vorgesehen.*
Auch Kultusministerin Anna Stolz hat sich maßgeblich für eine bessere finanzielle Anerkennung dieser Berufsgruppen eingesetzt: „Die Beschäftigten an unserer Förderschulen leisten tagtäglich Herausragendes für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischen Förderbedarfen. Diese anspruchsvolle Arbeit verdient besondere Anerkennung. Mit der neuen Zulage setzen wir ein starkes Signal der Wertschätzung, das an der richtigen Stelle ankommt. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass die Arbeit in diesem so wichtigen pädagogischen Bereich noch attraktiver wird.“
Zur Arbeit von Heilpädagogischen Förderlehrern und Heilpädagogischen Unterrichtshilfen
Heilpädagogische Förderlehrer (HFL) und Heilpädagogische Unterrichtshilfen (HPU) an Förderschulen und Schulvorbereitenden Einrichtungen leisten wertvolle und unverzichtbare Unterstützung im Einsatz an bayerischen Förderschulen. Sie unterstützen die Erziehungs- und Unterrichtstätigkeit. Im Rahmen eines mit den Lehrkräften für Sonderpädagogik gemeinsam erstellten Gesamtplans wirken sie bei Erziehung, Unterricht und Beratung von behinderten und von einer Behinderung bedrohten Kindern und Jugendlichen mit. Sie nehmen diese Aufgabe selbstständig und eigenverantwortlich wahr und wirken bei sonstigen Schulveranstaltungen und Verwaltungstätigkeiten mit.
Möglichkeit der Qualifizierung zur Fachlehrkraft Sonderpädagogik (im Rahmen eines Modellversuchs)
Mit dieser Qualifizierung eröffnet sich die Möglichkeit einer hochwertigen Weiterqualifizierung für HPU und HFL. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:
* (vorbehaltlich der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2026/2027 durch den Bayerischen Landtag)
Kultusministerin Anna Stolz präsentiert ein umfassendes Maßnahmenpaket für das Schuljahr 2026/2027 – und setzt dabei auf den Erfahrungsschatz der Schulfamilie.
Bayerns Kultusministerin Anna Stolz hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt, um trotz steigender Schülerzahlen und fehlender zusätzlicher Stellen (Stichwort „Stellenmoratorium“) den Unterricht für alle Kinder und Jugendlichen in Bayern sicherzustellen. Stolz setzt dabei auf eine Dreifachstrategie, bei der es darauf ankommen wird, neue Lehrkräfte zu gewinnen, bestehendes Personal verstärkt einzusetzen oder stellenweise auch den Bedarf an die Situation an den Schulen vor Ort anzupassen.
Bayerns Kultusministerin betont: „Unser wichtigstes Ziel ist ein Stundenplan, auf den sich unsere Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte verlassen können. Deshalb haben wir in Bayern bereits vor einem Jahr erstmals frühzeitig ein Gesamtkonzept entwickelt. Diesen Weg setzen wir fort. Natürlich gibt es kein Patentrezept gegen den Lehrkräftemangel. Wir setzen auf einen Mix aus verschiedenen Maßnahmen und ein umfassendes Konzept, das viel Flexibilität vor Ort zulässt. Ich halte es dabei für enorm wichtig, dass möglichst voll ausgebildete Lehrkräfte unseren Schülerinnen und Schülern Wissen, Werte und Weitblick vermitteln. Mittel- und langfristiges Ziel aller Maßnahmen und Ideen muss dabei bleiben, unsere Lehrkräfte weiter zu entlasten und ihnen mehr Zeit für ihre Kernaufgabe, das Unterrichten, zu geben.“
Unterschiedliche Voraussetzungen an den Schularten
Bereits im vergangenen Sommer hat das Kultusministerium in seiner Prognose zum Lehrereinstellungsbedarf die drohenden Versorgungsengpässe an den verschiedenen Schularten offen und transparent dargelegt. Während an den
Mittel-, Förderschulen und den beruflichen Schulen die Personalsituation bereits seit Jahren angespannt ist, zeichnet sich an der Grundschule eine schrittweise Entspannung ab. Auch an den Realschulen ließ sich die Lehrerversorgung dank des Engagements der gesamten Schulgemeinschaft sicherstellen. An den Gymnasien hingegen gibt es durch die Umstellung auf das G9 seit vergangenem Herbst eine Jahrgangsstufe mehr, was entsprechend mehr Personal bindet. Gleichzeitig stellt das Stellenmoratorium die Schulen vor eine zusätzliche Aufgabe: Trotz steigender Schülerzahlen müssen sie mit derselben Zahl Lehrerstellen auskommen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind zum einen kurzfristige Strategien nötig. Diese funktionieren vielfach dann am besten, wenn die Schulen vor Ort individuelle Handlungsspielräume haben. Gleichzeitig nimmt das Gesamtkonzept auch diejenigen Maßnahmen in den Blick, mit denen die Unterrichtsversorgung mittel- und langfristig sichergestellt werden kann. Hier setzt das Kultusministerium vor allem darauf, mehr junge Menschen für den Lehrerberuf zu begeistern – zum Beispiel durch Initiativen wie das Projekt „VOR ORT“ oder Sondermaßnahmen wie den Quereinstieg.
Kultusministerin Anna Stolz betont abschließend: „Wir wollen Bildung, die unsere jungen Leute fit für die Zukunft macht. Dafür brauchen wir ein starkes Team aus hervorragend qualifizierten Lehrkräften. Unser bisheriges Konzept hat sich bewährt, trotzdem müssen wir jedes Jahr neu überlegen, welche Schularten besondere Unterstützung benötigen. Mit Nachdruck werben wir für den Lehrerberuf, weil es ein toller Job ist und er die Chance bietet, junge Talente individuell zu fördern. Um den Unterricht langfristig zu sichern, setzen wir auf einen echten Dialog auf Augenhöhe zwischen Politik, Schulaufsicht und den Schulen vor Ort. Unser Dank gilt den Lehrkräften und Schulleitungen in Bayern, die trotz personeller Engpässe täglich herausragende Arbeit leisten.“
Das Gesamtkonzept Unterrichtsversorgung sowie Einzelheiten zu allen Schularten finden Sie unter www.km.bayern.de/unterrichtsversorgung.