„Indianer!“ – „Servus!“ Wer kennt diesen Ausruf nicht. Der Film „Der Schuh des Manitu“ war ein Kassenschlager. Dies wäre allerdings wohl ohne die Geschichten von Karl May, auf die der Film von Michael Herbig parodistisch Bezug nimmt, nicht möglich gewesen. Michael Herbig persifliert die Klischees einer Schatzsuche, die Blutsbrüderschaft und Charaktere wie Winnetou (als Abahachi/Winnetouch) und Old Shatterhand (als Ranger).
Viele junge Menschen begegnen über diesen Film dem Mythos des Wilden Westens auch heute noch. Mit Karl Mays Erzählweise und seinen klassischen Abenteuergeschichten hingegen sind die wenigsten noch vertraut – umso spannender war es, gemeinsam in diese literarische Welt einzutauchen.
Am 4.2.2026 und 5.2.2026 begaben sich die 7. Klassen mit Dr. Wieland Zirbs von der Karl-May-Gesellschaft auf eine Lesereise in den Wilden Westen. In unserer neu gestalteten Schülerbücherei wurde eine entspannte Atmosphäre geschaffen, in der die Schüler gespannt Auszügen aus dem Roman „Der Schatz im Silbersee“ lauschten. Dr. Wieland Zirbs schaffte es mit seiner lebendigen und anschaulichen Vorleseart die Schüler zu fesseln und sie in die Welt des Wilden Westens eintauchen zu lassen. So wurde die Lesung zu einer wirklich spannenden Reise in eine andere Zeit und setzte Impulse, um über den Wandel von Lesegeschmack, Erzählformen und Heldenfiguren nachzudenken und zu diskutieren. Auch die Erfahrung, eine längere Erzählung einmal ganz bewusst vorgelesen zu bekommen und dieser mit Ruhe und eigener Vorstellungskraft folgen zu müssen, war für viele Schüler ein gewinnbringendes Erlebnis. Die Lesereise zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Literatur werden kann, wenn man ihr Zeit und Raum gibt. Zwar bleiben die Geschichten von Karl May für die Schüler eine fremde, ferne und längst vergangene Welt, aber einmal kurz einen Perspektivwechsel einnehmen zu können, wurde von vielen äußerst positiv bewertet.
OStRin M. Kunz