Anlässlich des Jahrestags des Novemberpogroms vom 9.11.1938 erinnerte Frau Dorothea Woiczechowski-Fried im Rahmen einer Veranstaltung für die Schülerinnen und Schüler der neunten und elften Jahrgangsstufe an die Ereignisse im Dritten Reich und las dabei aus Texten ihres verstorbenen Mannes Prof. Alexander Fried, der in der Zeit des Nationalsozialismus drei Konzentrationslager und einen Todesmarsch überlebt hat.
Über viele Jahre war das Ehepaar Fried deutschlandweit, insbesondere an Schulen, zu Vorträgen und Lesungen zum Thema Holocaust unterwegs. Alexander Fried, der 2019 im Alter von 94 Jahren das Bundesverdienstkreuz erhielt, formulierte seinen Auftrag so: „Selbstverständlich kann ich die Vergangenheit nicht vergessen, und nur zu oft habe ich die Gesichter meiner ermordeten Familienmitglieder und Freunde vor Augen. Aber trotzdem versuche ich, auf die Deutschen zuzugehen, und erhoffe mir dasselbe von ihnen.“
Seit seinem Tod setzt Frau Woiczechowski-Fried diese Arbeit weiter fort. Angesichts eines zunehmenden Erstarkens demokratiefeindlicher und radikaler Gesinnung – 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – sowie eines neuen Auflebens von Antisemitismus fühlt sie sich verpflichtet, zu erinnern, miteinander ins Gespräch zu gehen und wo nötig Nein zu sagen. Diese Haltung vermittelte Frau Dorothea Woiczechowski-Fried bereits im Sommer während eines Schulprojekts eindrücklich in Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern des Stiftland-Gymnasiums, welche im Rahmen der Produktion einer Podcast-Folge mit dem Titel „Nie wieder ist jetzt!“ (Link) geführt wurden.
Musikalisch umrahmt wurde die Stunde von Stefanie Heinrich und Andreas Sagstetter.
Am Abend fand der Vortrag für die Öffentlichkeit statt.
M. Schmidkonz und A. Kallmeier